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Interview Geberit
(Interview Partner: Herr Werner Krieg, Leiter Network System Service Center Telefon 055 221 64 32, werner.krieg@geberit.com)
Ausgangslage:
Die Firma Geberit betreibt an ihrem Standort in Jona/SG das Corporate LAN mit einem ATM Backbone und Token Ring Segmenten. Aus strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen wird von der Informatik heute und in Zukunft ein Höchstmass an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit gefordert. Diese Anforderungen reflektieren sich im Design des gesamten Netzwerkes, der Server und Applikationen.
Im Zuge der Umsetzung der IT-Strategie, hat Geberit im Jahr 2000 beschlossen das Corporate LAN am Standort in Jona von Token Ring und ATM auf Gigabit Ethernet zu migrieren. Als Partner für diese wichtige Vorhaben, hat sich Geberit für Comicro-Netsys entschieden. Welches waren die definierten Zielsetzungen, wie wurden sie erreicht und wie hat sich die Partnerschaft mit Comicro-Netsys bewährt? Das nachfolgende Interview mit Herr Krieg von der Firma Geberit gibt Aufschluss zu diesen und anderen Fragen:
Frage Comicro-Netsys (CN):
Herr Krieg, in welcher Funktion sind Sie bei der Firma Geberit tätig und wie definiert sich Ihr Verantwortungsbereich?
Geberit, Hr. Krieg:
Als Leiter der Gruppe Network System Service Center bin ich verantwortlich für den Betrieb der Office und Notes Server (NT und Netware) und das lokale Netzwerk am Standort Jona. Zusätzlich fällt das Weitverkehrsnetz GGN (Geberit Global Network) und die Internetanbindung in meinen Zuständigkeitsbereich.
Frage (CN):
Können Sie einige Angaben zu strategischen Zielsetzungen machen, welche im allgemeinen an die Informatik der Geberit gestellt werden?
Geberit:
Neben dem stabilen Betrieb aller Informatiksysteme ist speziell die Ausdehnung der Betriebszeiten auf einen unterbruchsfreien Service rund um die Uhr entsprechend der in der Unternehmensstrategie definierten Globalisierung eine Hauptzielsetzung für die kommenden Jahre.
Frage (CN):
Wie sehen diese Zielsetzungen im spezifischen für Ihren Bereich aus?
Geberit:
In Ableitung von der strategischen Ausrichtung der Konzerninformatik liegt das Hauptgewicht der Zielsetzung meines Bereiches auf der hohen Verfügbarkeit und Performance des Netzwerkes und der lokalen Server im Officebereich am Standort Jona.
Frage (CN):
Können Sie uns einen Überblick über den Umfang Ihrer Informatik geben.
Geberit:
Die Konzenrinformatik ist mit ihren rund 70 Mitarbeitern weltweit tätig. Am besten zeige ich Ihnen den Umfang der Geberit Informatik über die Anzahl der Benutzer unserer Informatikanwendungen und Systeme. Die Angaben sind auf Anwender der 40 Gesellschaften bezogen, die direkt von der Konzerninformatik betreut werden:
Frage (CN):
Welches waren die ausschlaggebenden Gründe für die Umstellung von Token Ring auf Ethernet?
Geberit:
Mit Token Ring betreiben wir ein historisch gewachsenes Netzwerk auf einer ICS Verkabelung. Die Token Ring Technologie wird heute durch den defacto Standard Ethernet verdrängt. Zudem bietet die Ethernet Technologie eine skalierbare Lösungen (10/100/1000), welche sich auf der Token Ring Seite (4/16/100) nicht durchsetzen konnte. Es war daher für uns klar, dass zukünftige Investitionen bei Geberit nur in Richtung Ethernet gehen konnten. Das laufenden Projekt schafft im Zusammenhang mit der Neuverkabelung des Gebäudes auf der Basis von Cat. 7 die erforderliche Grundlage.
Frage (CN):
Sie haben entschieden einen neuen Gigabit Ethernet Backbone mit Cisco Komponenten zu implementieren. Welches waren die Entscheidungsgründe dafür? Welche Komponenten setzen Sie ein?
Geberit:
Für uns war die Marktbedeutung und die strategische Ausrichtung (Enterprise Markt, Multiservice-fähigkeit) vom Gerätehersteller ein wichtiges Argument bei der Evaluation. Zudem sprach der Preis, die Modularität und das einheitliches Betriebssystem für Cisco.
Bei uns kommen der Catalyst 6509 im Backbone und die Catalyst 35xx Switches für die Server und Benutzer Access Segmente zum Einsatz.
Frage (CN):
Welches sind die technischen Eigenheiten Ihres neuen Netzwerkdesigns?
Geberit:
Wir haben ein Layer 3 Netzwerk mit IP und IPX. Die Benutzer und Server Segmente werden mit 12 VLANs redundant abgebildet. Die beiden Catalyst 6509 Backbone Switches sind symmetrisch und voll redundant ausgebaut. Das Routing wird innerhalb des Catalyst 6500 Switches gemacht, und die Redundanz basiert auf dem HSRP Protokoll. Dadurch erreichen wir eine vollständige Netzwerkredundanz vom Server bis zu den Client Switches.
Frage (CN):
Welches waren die Vorgaben und Vorstellungen an den Projektablauf?
Geberit:
Das neue Netz musste parallel zum bestehenden Netzwerk aufgebaut werden und die Stationen mussten sukzessive umgestellt werden.
Ablauf: paralleler Aufbau des neuen Backbone, Integration des alten ATM-Backbone, Umstellung gewisser Server von ATM auf Gigabit Ethernet, parallele Neuverkabelung in den Teilbereichen, sequentielle Umstellung der Benutzersegmenten von Token Ring auf Ethernet.
Frage (CN):
Der Backbone ist implementiert. Wie haben Sie die Realisierung erlebt?
Geberit:
Zuerst wurde unsere Konfiguration im Labor der Comicro-Netsys aufgebaut und getestet. Nach dem Burn-In, welcher über eine Woche im Labor lief, wurden die Komponenten bei uns installiert. Nach erfolgreichen Test wurde dann die neue Umgebung mit der bestehenden Token Ring Umgebung verbunden und das Routing angepasst. Die Umstellung verlief ohne grössere Probleme, nicht zuletzt Dank der kompetenten Vorbereitung durch die Comicro-Netsys.
Frage (CN):
Welches ist der Projektstand zum heutigen Zeitpunkt?
Geberit:
Die gesamte Umstellung wird in Abhängigkeit mit der Neuverkabelung realisiert. Das gesamte Projekt läuft über eine Zeitspanne von 1.5 Jahren. Zur Zeit sind bereits über 50% der Stationen umgestellt. Von den Ethernet Komponenten ist, ausser ein paar Workgroup Switches 35xx, alles bereits schon in Betrieb.
Frage (CN):
Welchen spürbaren Nutzen haben Sie mit der implementierten Lösung erhalten und welche Erwartungen haben Sie für die mittelfristige Zukunft?
Geberit:
Punkto Sicherheit sind wir nun bis zu den Workgroup Switches voll redundant ausgelegt. Dies ist Voraussetzung um den hohen Verfügbarkeitsanforderungen gerecht zu werden. Die Netzwerk-administration wurde vereinfacht, da alle Plattformen nur noch mit dem Cisco IOS konfiguriert werden. Da wir noch mitten im Projekt stecken und eine gemischte Umgebung betreiben, ist die Kommunikation (Client/Server) noch nicht überall optimal. Dort wo beide Geräte aber am Ethernet angeschlossen sind, wurde eine messbare Verbesserung der Performance erreicht. Die Lösung bietet uns zudem eine skalierbare Infrastruktur mit welcher flexibel auf Veränderungen reagiert werden kann.
Frage (CN):
Wie sehen Sie die Entwicklung von VoIP? Haben Sie Pläne VoIP zu integrieren? Wann?
Geberit:
Ich denke in der Zukunft wird VoIP eine bedeutende Rolle spielen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint mir diese Technologie für unsere Umgebungen aber noch nicht spruchreif zu sein. Mit den jetzt eingesetzten Netzwerk-Produkten sind wir aber bereit für diese Technologie. Wir werden sicher mit einer kleinen Testinstallation Erfahrungen sammeln und uns dann entscheiden. Wir haben jedoch noch keinen konkreten Zeitplan.
Frage (CN):
Für die Realisierung des Backbones haben Sie einen externen Partner gesucht. Welche Kriterien waren Ihnen bei der Auswahl dieses Partners wichtig?
Geberit:
Kompetenter Ansprechpartner, Zuverlässigkeit, Projekterfahrung, Referenzinstallationen, Nähe zu unserem Standort in Jona.
Frage (CN):
Sie haben sich für die Realisierung dieses Projektes für die Zusammenarbeit mit Comicro-Netsys entschieden? Wie haben Sie die Zusammenarbeit erlebt?
Geberit:
Für uns hat die Zusammenarbeit einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Neben der kompetenten Projektbegleitung hat uns die Flexibilität und die Dynamik in der Projektabwicklung überzeugt. Zudem war die Nähe zu Cisco beim Netzdesign und bei der Implementierung sehr hilfreich.
Comicro-Netsys AG dankt für das Interview.